Die Situation um das Hospiz in Thuine, dessen Fortbestand akut gefährdet ist, bewegt die Menschen vor Ort und darüber hinaus. Denn ein stationäres Hospiz ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer würdevollen Begleitung am Lebensende – für die Betroffenen ebenso wie für ihre Angehörigen. „Der Bedarf an einer stationären Hospizversorgung im Landkreis Emsland ist unstrittig“, erklären Landrat Marc-André Burgdorf und der Vorsitzende der CDU- Kreistagsfraktion Franz-Josef Evers. „Deshalb haben wir seit Monaten deutlich gemacht: Wir sind bereit, die Einrichtung eines stationären Hospizes finanziell zu fördern.“
Der Landkreis hat von Beginn an zahlreiche Gespräche mit allen relevanten Akteuren geführt und seine Unterstützung angeboten. Dabei war die Haltung stets klar und transparent: Der Landkreis wird fördern und begleiten, er kann und wird jedoch nicht selbst Betreiber einer Hospizeinrichtung sein. Voraussetzung für jede Förderung ist daher eine tragfähige, rechtlich und wirtschaftlich sowie organisatorisch belastbare Betreiberstruktur. Dass Fortschritte grundsätzlich möglich sind, zeigt ein anderes Beispiel am Standort Thuine: Für die Demenzeinrichtung konnte inzwischen eine tragfähige Perspektive entwickelt werden. Dies belegt, dass Lösungen dort erreichbar sind, wo Zuständigkeiten, Eigentumsfragen und Trägerschaft geklärt sind.
„Für uns steht an erster Stelle, dass es für die Menschen im Emsland überhaupt ein stationäres Hospizangebot gibt, der Standort kommt erst danach. Gleichwohl wäre eine Zukunft für den Standort Thuine wünschenswert“, betont der Landrat, der aber gleichzeitig unterstreicht, dass die Situation vor Ort komplex sei. So erfolge der Betrieb in einem Gebäude, das Teil eines laufenden Insolvenzverfahrens sei. Eigentumsfragen seien offen, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zudem eng miteinander verknüpft und erschwerten kurzfristige Entscheidungen erheblich. Die aktuelle Situation mache deutlich, dass im bisherigen Betreiberkonstrukt keine ausreichenden strategischen Perspektiv- und Übergangsregelungen bestanden, um den sensiblen Hospizbetrieb im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten unabhängig und verlässlich abzusichern. Zugleich sei bislang nicht erkennbar, dass die von Samtgemeinde und Gemeinde in Aussicht gestellte gGmbH zur Übernahme der Betreiberfunktion eine rechtlich und organisatorisch belastbare Handlungsfähigkeit erreicht habe.
„Wir verstehen den Wunsch nach schnellen und klaren Antworten“, so Landrat Marc-André Burgdorf. „Aber wir wollen für den Standort Thuine nichts versprechen, was am Ende rechtlich oder wirtschaftlich nicht trägt. Ein Hospiz braucht Verlässlichkeit – für Gäste, Angehörige, Mitarbeitende und Ehrenamtliche.“
Ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten bleibt die Zusage des Landkreises bestehen: Der Landkreis Emsland erkennt den besonderen Bedarf an einer stationären Hospizeinrichtung ausdrücklich an und wird deren Einrichtung finanziell unterstützen, sobald die Betreiberfrage beantwortet ist. „Unser Ziel ist es, eine verlässliche und dauerhafte Lösung im Sinne der Menschen zu ermöglichen. Deshalb werden wir noch in diesem Jahr eine Investitionsförderungsrücklage in Höhe von 1,5 Mio. Euro beschließen, um ein zügiges und handlungsfähiges Vorgehen des Landkreises sicherzustellen“, betont CDU- Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Evers. „Wir gehen hier bewusst in Vorleistung und haben damit eine gute Basis, um realistisch und im direkten Dialog mit allen Beteiligten weiter an Lösungen zu arbeiten.“
Text: Pressemitteilung CDU-Kreistagsfraktion Emsland v. 19.01.2026 / Foto: Symbolfoto "Landkreis Emsland", CDU-Kreistagsfraktion Emsland





