24.03.2010

Entwicklungshilfe

Ideen zur Zusammenarbeit mit Dritter Welt

Wie kann Entwicklungshilfe aus dem Emsland auf eine nachhaltige Basis gestellt werden? Diese Frage stand im Zentrum einer Veranstaltung, zu der Papenburgs Ehrenbürgermeister Heinrich Hövelmann Vertreter aus Wirtschaft und Politik eingeladen hatte. Die Idee eines Emslandfonds in Form von freiwilligem Emissionshandel stieß auch beim Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der CDU/CSU-Arbeitsgruppe wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Holger Haibach, auf Zustimmung.

„Im Emsland sollten wir Geld organisieren und Erfahrungen, Produkte und Entwicklungen aus der Region generieren“, verwies Hövelmann auf die Möglichkeit, emsländische Technologie zur Entwicklungshilfe zu nutzen. Das mögliche Konzept eines freiwilligen Emissionsmarktes im Emsland stellte Andree Gerken vom Energieversorger EWE vor. Emsländische Unternehmen könnten Projekte im Emissionshandel fördern, indem sie beispielsweise „Dieselgeneratoren durch Parabolanlagen ersetzen“ und so Kohlenstoffdioxid (CO2) einsparen. Für die eingesparten Emissionen wiederum könnte das Unternehmen CO2-Zertifikate erwerben und so seine Emissionsbilanz mit verifizierter Emissionsreduktion einschränken. Das Ziel dieses Handels sei die CO2-Neutralität des Betriebes. Damit der Kauf von Zertifikaten jedoch nicht zum „Ablasshandel“ ausartet, mahnte Gerken an, zunächst Emissionen am Betrieb durch erneuerbare Energien oder moderne Ausstattung zu verringern.

Mit passgenauen Produkten die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern zu fördern hat sich die Firma Anlagenbau Mithras aus Dersum auf die Fahnen geschrieben. In den Mittelpunkt seines Vortrags rückte Ralf Jungebloed von dem Unternehmen die Concentrated-Solar-Power-Technologie (CSP). Da CSP insbesondere in sonnenreichen Regionen zum Einsatz kommt, können laut Junge-bloed die in Entwicklungsländern weit verbreiteten Dieselgeneratoren durch zuverlässige Stromerzeuger verdrängt werden.

Solarkraftwerke, die auf CPS setzen, wandeln mithilfe der Reflexion von Sonnenlicht solare Strahlungsenergie in Wärmeenergie um. Die Hitze wird über ein Leitungssystem in den Kraftwerksblock weitergeleitet. In einem Wärmetauscher entsteht Dampf, der wiederum Turbinen antreibt. Diese „Herzstücke“ der gesamten Anlage erzeugen damit elektrische Energie aus der ursprünglichen Sonnenenergie. Das Dersumer Unternehmen hat sich laut Jungebloed auf die Herstellung von Mi-kroturbinen spezialisiert, die mit ihrer geringeren Größe in kleineren Kraftwerken von 500 Kilowatt bis 10 Megawatt eingesetzt würden. Er sieht in der dezentralen Stromerzeugung durch CPS-Technologie eine zukunftweisende Innovation, deren Bedeutung „sich in den nächsten sechs Monaten zeigen wird“.

Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft zeigte sich begeistert von den vorgestellten Konzepten. „Wirtschaftsförderung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die CO2-Reduzierung – das ist ein gewinnbringendes Dreiecksverhältnis“, blickte der Bürgermeister auch auf die Energiebilanz von städtischen Gebäuden oder dem Fuhrpark.

Auch Holger Haibach, Vorsitzender der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit, zeigte sich begeistert von der Veranstaltung. „Wirtschaftliche Zusammenarbeit ist nicht das Erste, was einem einfällt, wenn man an Entwicklungshilfe denkt“, wies er auf die Chancen hin, die langfristig für beide Seiten entstehen könnten. In den kommenden Jahren sehe die Weltbevölkerung zum einen der zunehmenden Verstädterung, zum anderen dem demografischen Wandel entgegen. „Klimapolitik ist nicht nur eine Moral-, sondern auch Interessenpolitik“, sagte er mit Blick auf die weltweit immer knapper werdenden Wasser- und Energieressourcen.

Quelle: Ems- Zeitung

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